Alle Blutwerte richtig verstehen:

Blutwerte vor der Analyse in dfen BlutröhrchenBlut ist ein flüssiges Organ das durch unseren ganzen Körper fließt. Blut versorgt unsere Zellen mit Sauerstoff, und Nährstoffen und transportiert Kohlenstoffdioxid ab. Blut besteht aus einer Vielzahl von Blutzellen deren Anzahl bestimmte Blutwerte darstellen.

Diese Blutwerte sind ein ausgezeichneter Indikator für den Gesundheitszustand des Menschen. Auf Blutwert.info klären wir Sie über die Bedeutung der unterschiedlichen Blutwerte auf und zeigen die Auswirkungen von veränderten Blutwerte auf Ihre Gesundheit.

Blutwerte im Blutbild

Alle Blutwerte großes Blutbild

Was sind Blutwerte und wie funktioniert unser Blut

Blut ist noch viel mehr, als eine rote Flüssigkeit, die wir sehen können, wenn wir uns verletzen. Es wird rasch nachgebildet, und kann verhältnismäßig große Verluste ausgleichen, es versorgt unseren Körper mit vielen notwendigen Nährstoffen und Sauerstoff und kann Krankheitserreger bekämpfen. Deshalb ist unser Blut durch verschiedene Blutwerte ein Indikator für unsere Gesundheit.

Eine Vielzahl von Parametern, sogenannte Blutwerte können über ein Blutbild beim Arzt bestimmt werden. Die verschiedenen Blutwerte geben Auskunft über den Gesundheitszustand des Menschen, seine Lebensgewohnheiten und seine genetische Abstammung.

Die wichtigsten Blutwerte werden durch die Blutuntersuchung im Kleinen Blutbild dargestellt.

Alle Blutwerte / Laborwerte besser verstehen

Das menschliche Blut ist eine der wichtigsten Indikatoren für Allergien, Krankheiten und Störungen im Organismus. Nimmt ein Arzt einem Patienten Blut ab, geht die Blutprobe danach ins Labor, wo die Blutwerte bestimmt werden. Die Patienten warten dann auf die Ergebnisse, halten aber das Blutbild und ihre Blutwerte relativ ratlos in den Händen.

Das Blutbild gehört zu den häufigsten Untersuchungen, denn die meisten verstehen die eigentlichen Ergebnisse gar nicht. Was steckt hinter einem erhöhten Leukozytenwert? Was verbirgt sich hinter der Abkürzung MCH? Im Folgenden wollen wir die wichtigsten Fragen klären und eine liefern kompakte, vollständige Blutwerte Übersicht.

Ausgehend von einem großen und kleinen Blutbild sollen Sie im Anschluss der Ursache für erhöhte und erniedrigte Blutwerte einen entscheidenden Schritt näherkommen.

Eiweißwerte, Zucker und Mineralstoffe sind der Lehrbuchdiagnostik der Blutwerte zuzuordnen. Sobald der Körper von den Normwerten abweicht, können Störungen der organischen Prozesse der Grund sein.

Blutwerte des kleinen Blutbild

Normalwerte Erklärung der Werte Werte bei Frauen Werte bei Männern
Erythrozyten Erythrozyten Anzahl von 3,9 bis 5,3 Mio./ µl von 4,3 – 5,7 Mio./ µl
       
Leukozyten Leukozyten Anzahl von 3800 bis 10500 µl von 3800 bis 10500 µl
       
  Granulozyten    
  stabkernige Neutrophile 3 bis 5% 3 bis 5%
  segmentkernige Neutrophile 54 bis 62% 54 bis 62%
  Eosinophile 1 bis 4% 1 bis 4%
  Monozyten 3 bis 8% 3 bis 8%
  Lymphozyten 25 bis 45% 25 bis 45%
Thrombozyten Thrombozyten Anzahl von 140.000 bis 345.000 µl von 140.000 bis 345.000 µl
       
Hkt Hämatokrit von 37 bis 48 % von 40 bis 52 %
       
Hb Konzentration an Hämoglobin 12 – 16 g/dl 13,5 – 17 g/dl
       
MCH Hämoglobinmenge von 28 bis 34 pg von 28 bis 34 pg
       
MCHC durchschnitt Hämoglobinkonzentration von 33 – 35 g/dl von 33 bis 36 g/dl
       
MCV durchschnitt Erythrozyten Volumen von 85 – 95 fl von 85 – 95 fl
       
       
g = Gramm | µl = Mikroliter = 10-6 = 1 Millionstel Liter | dl = Deziliter (100 milliliter)
Werte Kontrolle Dr.H.Stephans, 28.04.2018
www.blutwert.info

Erklärung der Blutwerte

Blutwerte Normwerte Definition des Blutwert und Erklärungen, Abweichungen bei hohen oder niedrigen Blutwerten
Natrium 135 – 145 mmol/l

Außerhalb der Zellen gehört Natrium zu den wichtigsten Elektrolyten. Natriumchlorid ist in nahezu allen Lebensmitteln enthalten. Das Herz, die Skelette und das Nervensystem weisen Natrium als elementaren Bestandteil auf.

Es kann zu hohen Werten kommen, wenn Sie unter Erbrechen, Durchfall, Dehydration, zu hohen Wasserausscheidungen oder Fieber leiden.

Niedrige Werte verweisen womöglich auf Herz, Leber, Nieren oder Schilddrüsenerkrankungen. Hier ist von einer Hyponatriämie die Rede.

Kalium 3,6 bis 5,0 mmol/l

Gemeinsam mit Natrium bildet Kalium eines der wichtigsten Bestandteile und ist an Nervenimpulse und Muskelkontraktion gebunden. Gemeinsam regulieren Kalium und Natrium den Wasserhaushalt. Kalium taucht im Inneren der Zellen auf.

Kommt es zu einem drastischen Überschuss, kann dies lebensbedrohend sein. Die Mediziner sprechen von einer Hyperkaliämie.

Zu hohe Werte können ihre Ursachen in einer Störung der Nieren, in Medikamenten, einer Übersteuerung des Blutes, einem Insulinmangel oder Hormonstörungen haben.

Kalzium

Neugeborene:
1,75-2,70 mmol/l

Kinder:
2,05-2,70 mmol/l

Erwachsene:
2,02-2,60 mmol/l

Kalzium ist ein wichtiges Element für den Körper und an grundlegenden Vorgängen im Organsimus beteiligt. Ob in der Weiterleitung der Reize, der Blutgerinnung oder im Knochenstoffwechsel:

Kommt es zu einem Kalziummangel, kann dies lebensbedrohliche Folgen für den Körper haben. Zu viel Kalzium im Blut ist ebenso lebensbedrohlich. Jeder Körper speichert bis zu 2 kg dieses Mineralstoffes.

Erhöhte Kalziumwerte können ihre Ursache in der Knochenstruktur haben und gelten als häufiges Symptom für Hyperkalzämie.

Zu niedrige Kalziumwerte können auf Erkrankungen der Nieren, Hormonstörungen oder einen Eiweiß- sowie Vitaminmangel verweisen.

Chlorid 95 – 105 mmol/l

Chlorid kommt im Körper zumeist als Kalium oder Natriumchlorid als wichtiges Elektrolyt vor. Es übernimmt die Wasserverteilung in der Zelle und außerhalb der Zelle.

Als Bestandteil des Speisesalzes tritt es als Salzsäure in den Zellen des Magens auf und in den Schweißdrüsen. Der Chloridbedarf bzw. die Zufuhr steigen mit zunehmendem Alter.

Die Ärzte werfen einen Blick auf die Chloridwerte, wenn der Wasserhaushalt und der Säuren-Basen-Haushalt untersucht werden.

Mögliche Ursachen für Abweichungen können in Nierenfunktionsstörungen, Erbrechen und Durchfall liegen. Bestimmte Arzneimittel oder Magenprobleme sowie das Cushingsyndrom können zu niedrigen Werten führen.

Kupfer

Neugeborene:
2,7 – 7,7

Frauen:
11,6 – 19,2

Männer:

12,4 – 20,6

Wir nehmen Kupfer über die Nahrung auf. Das Spurenelement ist ein wichtiger Bestandteil für den Zellstoffwechsel. Es wird in den Dünndarm aufgenommen. Kupfer heftet sich an das Transporteiweiß Albumin, um zur Leber zu gelangen.

Zu niedrige Kupferwerte können auf eine Speicherkrankheit, Morbus Wilson, auf das Menkes Syndrom, Nierenschädigungen oder eine Mangelernährung verweisen.

Erhöhte Kupferwerte finden ihre Ursachen zum Beispiel in Lebererkrankungen, Blutkrebs, Blutarmut, akuten Entzündungen und Thyreotoxikose. Darunter sind eine Schilddrüsenüberfunktion und eine lebensgefährliche Stoffwechselentgleisung zu verstehen.

Magnesium

Frau:
0,77-1,03

Mann:
0,73-1,06

Kinder:
0,60-0,95

Babys:

0,48-1,05

Im Skelett und in der Muskulatur ist dieser Mineralstoff enthalten. Es zirkuliert im Blutkreislauf des Körpers. Wir nehmen Magnesium über die Nahrung auf und resorbieren es im Darm.

Magnesium ist ein Bestandteil von vielen Enzymen und somit an fast allen Stoffwechselvorgängen beteiligt.

Ein Magnesiumüberschuss kann zum Beispiel auf Herzrhythmusstörungen, Nierenschwäche, zu wenig Kalzium oder harntreibende Medikamente verweisen.

Niedrige Magnesiumwerte basieren auf einer ungenügenden Aufnahme im Darm. Erhöhte Werte auf Hormonstörungen und spezifischen Organerkrankungen.

Harnstoff 10-50 mg/dl

Am Ende des Eiweißstoffwechsels steht das Endprodukt Harnstoff. Es wird vornehmlich als Urin ausgeschieden.

Eine einseitige oder falsche Ernährung kann erhöhte oder niedrige Harnstoffwerte zur Folge haben. Aber auch Durchfall, Nierenversagen, Erbrechen oder Dehydration, Blutungen, Verbrennungen oder erhebliche Verletzungen sind häufige Ursachen.

Kreatinin

Mann:
0,5 – 1,1 mg/dl

Frau:

0,5 – 0,9 mg/dl

Harnsäure entsteht als ein Abbauprodukt der Purine. Es trägt die genetische Information eines Organismus in sich. Der menschliche Körper produziert beim Abbau der Proteine jeweils 1 g Harnsäure pro Tag.

Als Stoffwechselendprodukt wird es vollständig ausgeschieden.

Nach der Menopause gleichen die Normwerte der Frau denen der Männer. Zu niedrige Harnsäurewerte entstehen zumeist als Folge von Medikamenten oder der angeborenen Krankheit Xanthinurie.

Ist der Harnsäurespiegel erhöht, lagert sich Harnsäure in Schleimbeutel, Sehnen, unter der Haut und den Gelenken ab, was den gesamten Körper schädigt.

Gesamteiweiß 6,1 – 8,1 g/dl

Das Gesamteiweiß besteht aus Albumin, Alpha 1 und Alpha 2 Globuline und Beta sowie Gamma Globuline.

Erhöhte Werte können auf Entzündungen, Leberzirrhose, Morbus Waldenström oder Plasmpzytom verweisen.

Ergibt das Blutbild zu niedrige Werte sind vielleicht Störungen, Proteinmangel oder Malabsorptionssyndrom die Ursache.

Triglyceride unter 150 mg/dl

Triglyceride gehören zu den wichtigen Energiespeichern für den Körper. Wir nehmen diese Fette mit dem Essen auf, um unserem Körper den notwendigen Treibstoff zu liefern

Als Folge von Arteriosklerose, zu deutsch Gefäßverkalkung, steigen die Triglyceride im Blutbild. Zu niedrige Werte verweisen auf überdosierte Medikamente, eine Mangelernährung oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

Zu hohe Werte können auf ungesunde Ernährung oder eine bestimmte Erkrankung wie LDL Cholesterin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen.

Cholesterin 200 – 239 mg/dl

Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff. Wir benötigen es, um andere Produkte und Stopper für den Körper herzustellen. Dazu gehören zum Beispiel Vitamin D, Gallensäure und Hormone.

Erhöhte Cholesterinwerte können auf gefährliche Erkrankungen verweisen. 50 % des Cholesterins werden durch die Leber initiiert, die andere Hälfte wird über die Nahrung aufgenommen.

Ferritin

Erwachsene von 18-45 Jahren:

10 µg/Liter bis 220 µg/Liter

Ferritin gehört zu den Eiweißen, die in Eisen gespeichert wird. Darüber hinaus schützt Ferritin die Zellen vor freiem Eisen.

Bewegen sich die Ferritin Werte außerhalb der Norm, kann zum Beispiel Blutarmut vorliegen. Diese Werte steigen bei Erwachsenen über 45 Jahre bis zu einer Obergrenze von 400 µg/Liter. Im direkten Vergleich sinken die Werte für Frauen bis 70 µg/Liter bis 45 und bei einer Grenze von 18 µg/Liter und einer Obergrenze von 120 µg/Liter bei Frauen über 45 Jahren.

Eisen

Blutarmut beim Mann bei Hb unter 13 g/ dl – Normwerte 13 bis 18 g/dl

Blutarmut bei Frauen: Hb kleiner als 12 g/dl und Normwerte zwischen 12 bis 16 g/dl

Eisen ist eines der wichtigsten Spurenelemente, das für die Bildung von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff verantwortlich ist.

Der Körper bindet ca. 70 % des Eisens an Hämoglobin und 12 % an Myoglobin, den Muskelfarbstoff. 18 % Eisen sind in Hämosiderin oder Ferritin gespeichert.

Um einen vorliegenden Eisenmangel zu bestimmen, müssen vier eindeutige Laborwerte vorliegen. Das Serum-Ferritin, C-reaktives Protein, Hb-Werte der Blutmenge und die Transferrin Sättigung.

Schwangere haben einen höheren Bedarf an Eisen, der Hb Wert sollte niemals unter 11 g/dl sinken.

CK-NAC Kreatinkinase  

CK – hinter dieser Abkürzung stecken die Creatinkinasen, Enzyme. Diese Enzyme sind für die Energiespeicherung innerhalb der Muskelzellen verantwortlich. Das ist ein Grund, warum sie im Gehirn und in den Muskelzellen auftauchen.

Im Falle von Verletzungen und Überlastungen treten aus den Muskelzellen Creatinkinasen aus und lassen sich im Blut nachweisen.

Die CK Blutwerte sind entscheidend für die Prognose von Herzinfarkten. Über die Feststellung dieser Blutwerte lassen sich frühestmöglich Schädigungen des Muskelgewebes nachweisen.

Myoglobin

Frauen:
unter 35 µg/Liter

Männer:

unter 55 µg/Liter

Myoglobin ist ein Protein in der Skelettmuskulatur und Herzmuskulatur. Die quergestreifte Muskulatur benötigt diese Proteine. Ein Anstieg des Myoglobins kann ein Anzeichen für einen einsetzenden Infarkt sein.

Die Myoglobinwerte steigen auf ein Maximum 6-12 Stunden vor dem Infarkt. Erst nach einem Tag normalisieren sich die Werte.

Eine Abweichung von der Normwerte kann auf Erkrankungen der Skelettmuskulatur auf einen Herzinfarkt oder auf eine erhöhte Eiweißausschüttung hinweisen.

Troponin

Normwerte:
unter 0,4 µg/Liter

Das kardiale Troponin wird mit cT gekürzt. Wir haben es mit einem Proteinkomplex zu tun. Das Herz setzt Troponin aus den Muskelzellen frei in das Blut, wenn eine Schädigung vorliegt. Das Regulator-Protein lässt sich in drei Untereinheiten einteilen: Troponin I, Troponin T und Troponin C.

Wir treffen in der roten Skelettmuskulatur, in der weißen Skelettmuskulatur und im Herzen auf Troponin. Bei einem Verdacht der Schädigung des Herzmuskels werden diese Laborwerte bestimmt. Die Messung erfolgt über eine Blutprobe und wird auch als Troponin-Test bezeichnet. Die normale Werte für Troponin T liegen unter 0,4 µg/Liter und für hochsensitives Troponin T hs unter 14 Nanogramm/Liter.

LDH

Frauen: 135 bis 215 U/l

Männer: 135 bis 225 U/l

Hinter LDH verbirgt sich die Laktatdehydrogenase, die in jeder Zelle enthalten ist. Bei einer Schädigung, gelangt dieses Enzym in die Blutbahn.

Hohe LHD Werte im Blut könnten ein erster Hinweis auf einen Herzinfarkt sein. Seine Stabilität im Blut macht LHD zu einem wichtigen Parameter für Zellschäden.

GLDH

Frauen: kleiner als 5,0 U/l

Männer: kleiner als 7,0 U/l

GLDH bezeichnet Glutamatdehydrogenase, das eine Rolle beim Abbau von Stoffwechselprodukten spielt. Die Aktivität von GLDH ist in der Leber um ein 10-faches höher.

GLDH gehört zum Beispiel zu den Kenngrößen für Lebererkrankungen, die mit einer Erhöhung der Werte einhergehen

CHE

Männer: 4620 bis 11500 U/l

Frauen 3930 bis 11500 U/l

Über die CHE Werte (Cholinesterase) kann ein Arzt den Verlauf von Lebererkrankungen beurteilen. Das Enzym wird durch das Lebergewebe produziert und an das Blut abgegeben.

Alarmsignale senden niedrige CHE-Werte. Hier können Entzündungen im Darm, Herzinfarkt, Vitamin B 12 Mangel oder Vergiftungen vorliegen.

Bilirubin

kleiner als 1,1 mg/dl

Werden rote Blutkörperchen abgebaut, entsteht Bilirubin. Es besitzt eine gelbe bis bräunliche Farbe. Der Großteil wird mit dem Stuhl ausgeschieden.

Bei einer Störung können sich die Haut und die Augen gelb färben. Zu einer Erhöhung kann es bei einem Rückstau der Gallenflüssigkeit, Gallensteinen, Tumoren und Entzündungen kommen.

Ammoniak

Männer: < 94 µg/Deziliter

Frauen: < 82 µg/Deziliter

Beim Abbau von Eiweiß entsteht Ammoniak als Stoffwechselprodukt. In der Leber wird es zu Harnstoff umgewandelt.

Menschen, die unter einer Lebererkrankung leiden, machen einen Bluttest, um ihre Ammoniakwerte zu bestimmen. Ungewöhnliche Veränderungen verweisen auf Lebererkrankungen.

Laktat

Ruhewert: 0,4 und 3,5 mmol/l

Mit Laktat bezeichnen wir ein Salz der Milchsäure. Das Stoffwechselprodukt ist ein Indikator für die Leistungsfähigkeit und deckt den Energiebedarf der Muskeln.

Über den Laktatwert können wir die Lacktatkonzentration messen. In der Regel führen die Ärzte Stufentests durch bei ansteigender Belastung der Probanden.

LDL

Unter 115 mg/dl

Das LDL Cholesterin steht für Low density Lipoprotein. Es ist für die Verkalkung der Blutgefäße und die Entwicklung von Arteriosklerose mitverantwortlich. Die Fett-Eiweißverbindungen bilden gemeinsam mit dem HDL Cholesterin den Gesamt-Cholesterinwert.

Beim schlechten Cholesterin sollten die Werte niedrig gehalten werden. Patienten einer Risikogruppe sollten die LDL Werte unbedingt auf unter 100 mg/Deziliter halten.

HDL

Männer: unter 40 mg/dl

Frauen: unter 48 mg/dl

HDL Cholesterin steht für High Density Lipoprotein und wird als gutes Cholesterin bezeichnet.

Die Werte dürfen ruhig hoch sein. HDL nimmt die Anteile des schädlichen Cholesterins direkt aus den Zellen und gibt diese zur Leber. Dort wird es über die Galle ausgeschieden. Eine Erhöhung der HDL Werte ist als positiv zu bewerten.

Osmolalität

Männer: 280-295  mosm/kg

Frauen: 295 mosm/kg

Mit der Osmolalität bezeichnen wir osmotisch aktive Substanzen. Dazu gehören Traubenzucker, Salze und Eiweiße.

Über die Osmolalität können wir die Verteilung des Wassers auf die Zellräume bestimmen. Mit anderen Worten ist von einer internen Wasserbilanz die Rede. Niedrige Werte können auf eine Herzschwäche oder Leberzirrhose hinweisen und hohe Werte auf Diabetes oder Nierenschwäche.

GOT

Männer: 10 bis 50 U/l

Frauen: 10 bis 35 U/l

GOT steht stellvertretend für Glutamat-Oxalacetat-Transaminase. Gerade in den Zellen der Herzmuskulatur und Skelettmuskulatur sowie in der Leber treffen wir auf dieses Enzym. Nach einer Gewebeschädigung wird es an das Blut abgegeben.

Eine Erhöhung der GOT Werte kann auf eine Leberentzündung, Leberschäden oder ein Karzinom der Leber hinweisen. Bei einer Veränderung der GOT Werte sollten Blutfette, Auto-Antikörper und Eisenparameter mitbestimmt werden.

GPT

Männer: 10 bis 50 U/l

Frauen: 10 bis 35 U/l

GPT oder Glutamat-Pyruvat-Transaminase wird in der Leber gebildet.

Ein Anstieg der GPT Werte kann auf einer Schädigung der Leber hinweisen. Gerade wenn in diesem Zusammenhang die Leberenzyme, also die GOT Werte, mit ansteigen, kann eine Schädigung der Leber vorliegen.

Gamma-GT

Frauen: bis zu 39 U/l

Männer: bis zu 66 U/l

GGT oder Gamma-GT ist als Enzym am Aminosäurestoffwechsel beteiligt. Es tritt vor allen Dingen in der Leber auf.

Die Gamma-GT Werte werden vor allen Dingen in der Leberdiagnostik verwendet. Entzündungen, Leberschädigungen, Gallestau oder Virus Hepatitis können eine Ursache für die Veränderung der Werte sein.

Alkalische Phosphatase

Männer:
40 U/l bis 129 U/l

Frauen: 35 U/l bis 104 U/l

Diese Enzyme spalten Phostphat-Gruppen von den Molekülen. Insgesamt 15 verschiedene alkalische Phosphate kommen v.a. in den Gallengängen, dem Dünndarm, der Plazenta, den Nieren, den Knochen und der Leber vor.

Die Gamma-GT Werte werden vor allen Dingen in der Leberdiagnostik verwendet. Entzündungen, Leberschädigungen, Gallestau oder Virus Hepatitis können eine Ursache für die Veränderung der Werte sein.

Quick-Wert

Männer und Frauen:
70 bis 120

 

Mit der Bestimmung des Quick-Werts können wir nachprüfen, ob der exogene Teil vom Gerinnungssystem funktioniert.

Zu niedrige Werte können auf Störungen in der Leber oder Blutgerinnung verweisen. Bei der Einnahme bestimmter Blutgerinnungsmittel kann sich der Quick-Wert erhöhen.

PTT-Werte

20 bis 38 Sekunden

Die Messung der partielle Thromboplastinzeit überprüft das Blutgerinnungssystem beim Menschen. Eine abgewandelte Form ist die aPTT.

 

PTZ-Wert

20 bis 38 Sekunden

Hinter dem PTZ-Wert steht die Plasmathrombinzeit. Dabei wird die Menge des Fibrinogens im Plasma bestimmt.

Zu einer Erhöhung der PTZ-Wertes kann es bei der Einnahme bestimmter Medikamente kommen oder nach schweren Unfällen.

g = Gramm | µl = Mikroliter = 10-6 = 1 Millionstel Liter | dl = Deziliter (100 milliliter)
Medizinisch geprüft Dr. Harald Stephan, 27.04.2018

 

Labordiagnostik

Was ist ein Blutwert?

Steht eine Blutentnahme für ein kleines oder großes Blutbild an, ist ein Gang zum Hausarzt nötig. Betroffene müssen für ein Blutbild nüchtern sein und können bereits wenige Tage später ihre Blutwerte erfragen. Die Erstellung eines Blutbildes ist heutzutage eine Routineuntersuchung, die auch zur Vorbereitung weiterer Untersuchungen oder Operationen durchgeführt wird.

Doch was genau ist ein Blutwert und wie viele unterschiedliche Blutwerte können bestimmt werden?

Was ist ein Blutwert? – Faktenblock:

  • Es gibt rund 180 unterschiedliche Blutwerte, die mit Hilfe einer Blutprobe bestimmt werden können
  • Für eine Diagnosestellung oder -Sicherung ist meist ein Zusammenspiel unterschiedlicher Blutwerte ausschlaggebend
  • Bereits ein einzelner Blutwert (zum Beispiel beim einem Mangel) kann eine Erklärung für Symptome wie Abgeschlagenheit oder Müdigkeit liefern
  • Blutwerte können Aufschluss über die Konzentration von Ionen, Eiweißen, Fetten, Kohlehydraten, Blutkörperchen und Blutplättchen, über die Gerinnung, über Hormone und Rückstände von Medikamenten oder Rauschmitteln geben.
  • Für die Bestimmung einzelner Blutwerte kommen unterschiedliche Messmethoden zum Einsatz

Bestimmung eines Blutwertes?

Werden einzelne Blutwerte bestimmt, können sie eine Aussage über die Konzentration von spezifischen Ionen, Eiweißen, Strukturproteine, Fette und Kohlenhydrate in Deinem Blut liefern.

Auch geben einzelne Blutwerte Auskunft über die Gerinnung, die Zusammensetzung der sogenannten festen Blutbestandteile (Blutkörperchen und Blutplättchen), über Hormone und Medikamente oder Rauschmittelrückstände in Deinem Blut.

Auch bestimmte Marker und Antikörper können im Blut bestimmt werden und liefern Hinweise zu Infektionen oder schweren Erkrankungen.

Blutwert zu hoch – Blutwert zu niedrig: Was bedeutet das eigentlich?

Dein Blut besteht aus unterschiedlichen Bestandteilen. Diese Bestandteile erfüllen unterschiedliche Aufgaben in Deinem Körper, wie beispielsweise Deine Immunabwehr oder Deine Blutgerinnung.

Mit Hilfe einer Blutprobe können rund 180 unterschiedliche Blutwerte bestimmt werden, die ganz unterschiedliche Bedeutungen haben können. Für die Erstellung oder Verfestigung einer Diagnose oder eines Krankheitsverdachtes werden in der Regel eine Vielzahl von gängigen oder spezifischen Blutwerten erstellt; ein einzelner Blutwert ist normalerweise wenig aussagekräftig.

Jedoch tauchen einige Substanzen erst dann in Deinem Blut auf, wenn kranke oder zerfallene Zellen enthalten sind. Ein Beispiel hierfür ist das Herzenzym Troponin, was nach einem akuten Herzinfarkt im Blut des Betroffenen zu finden ist und als Wert bestimmt wird.
Sind einzelne Organe erkrankt oder (dauerhaft) geschädigt, erscheinen andere Werte im Blut, die bei einem gesunden Organ nicht zu finden wären.

Sogenannte Tumormarker weisen zum Beispiel auf eine bösartige Erkrankung hin und sind bei gesunden Menschen nur sehr vereinzelt bis gar nicht im Blut zu finden. Sind solche Blutwerte erhöht, folgen meist weitere Untersuchungen, um eine Diagnose zu sichern oder im Optimalfall auszuschließen.

Auch Vitamine oder Mineralstoffe wie Eisen oder Magnesium können im Blut mit einem Wert bestimmt werden. Sind diese Werte zu niedrig, liegt häufig ein Mangel vor, der mit Hilfe einer ausgewogeneren Ernährung oder mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden kann.

Ein einzelner Blutwert kann daher manchmal eine Erklärung liefern, warum Du Dich beispielsweise schlapp und antriebslos fühlst. Sind Vitamin- oder Mineralstoffwerte erhöht, kann dies auch ein Anzeichen für eine Vergiftung sein. Blutwerte sind Bestandteil des Blutbildes.

Hier unterscheidet man das große und das kleine Blutbild. Die Anzhal der unterschiedlichen Blutkörperchen wird hier bestimmt. Liegen Abweichungen vor, ist meist eine (harmlose) Infektion oder eine andere Erkrankung die Ursache. Dein Haus- oder Facharzt kann Dir die einzelnen Werte und ihre Bedeutung am kompetentesten erklären.

Blutwerte im Normbereich? Was bedeutet das?

Wird das Blut eines Menschen untersucht, müssen einzelne Blutwerte nicht immer zu hoch oder zu niedrig sein. Bei einem gesunden Menschen liegen die untersuchten Blutwerte im sogenannten Normbereich.

Dieser Normbereich unterliegt ähnlich wieder Body-Maß-Index oder andere Parameter gewissen Schwankungen bei denen ein Mensch trotzdem noch als „kerngesund“ gilt. Einzelne Blutwerte können aber auch deutlich über oder unter dem Norm- oder Referenzbereich liegen.

Ursache hierfür kann eine Erkrankung sein, weitere Untersuchungen können erforderlich werden. Welche Referenz- oder Normwerte noch als „gesund“ gelten, wird in der Humanmedizin immer noch diskutiert.

Zum einen, weil unterschiedliche Ärzte unterschiedliche Werte als „noch gesund“ bezeichnen, während andere Kollegen der Meinung sind, hier bereits intervenieren zu müssen.

Zum anderen variieren die Messwerte zur Bestimmung der Blutwerte von Labor zu Labor, da unterschiedliche Messmethoden Anwendung finden.
Liegt Dein Normwert im Grenzbereich, kannst Du Deinen Hausarzt um eine detaillierte Einschätzung bitten.

Warum muss man bei einer routinemäßigen Blutentnahme morgens nüchtern sein?

Werden allgemein wichtige Blutwerte mit Hilfe eines Blutbildes bestimmt, müssen Patienten meist einen Termin morgens in ihrer Hausarztpraxis wahrnehmen.

Für die Blutentnahme müssen Patienten nüchtern sein, das heißt, sie haben noch nicht gefrühstückt oder bereits eine Tasse Kaffee getrunken. Dies ist wichtig, da sich einzelne Blutwerte mit der Einnahme von Mahlzeiten oder im Tagesverlauf messbar ändern. Die erhofften Ergebnisse können dann verfälscht sein.

Bei spezielleren Blutuntersuchungen können noch weitere Regeln gelten, die der behandelnde Arzt dem Betroffenen im Vorfeld mitteilt. Werden zum Beispiel bestimmte Parameter über die Hormonkonzentration oder -Zusammensetzung bestimmt, kann es sein, dass Betroffene neben Nüchternheit auch auf die Dusche oder Katzenwäsche am Morgen verzichten müssen, damit einzelne Blutwerte aussagekräftig beurteilt werden können.

Wie werden einzelne Blutwerte bestimmt?

Heutzutage kommen eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden der Laborchemie zum Einsatz, um einzelne oder mehrere Blutwerte zu bestimmen.

Während früher einzelne Mitarbeiter Blutwerte mühsam unter einem Mikroskop bestimmen mussten, wird diese Arbeit heutzutage mit aufwendigen Geräten innerhalb weniger Augenblicke erledigt. Für andere Blutwerte gibt es Teststreifen und Schnelltest, während weitere Parameter auch heute noch „von Hand“ bestimmt werden müssen.

Wie lange die Ermittlung eines Blutwertes dauert, hängt also davon ab, welche Methode für die Bestimmung notwendig ist. Ein sogenannter Befund, der vom Labor an den behandelnden Arzt übermittelt wird, kann daher unter Umständen einige Tage dauern.

Doch woraus besteht unser Lebenselixir? Wie viele unterschiedlichen Blutzellen gibt es? Was sind ihre Aufgaben? Wie entstehen Blutwerte und wie funktioniert unser Blut und welche Erkrankungen können Blutzellen haben?

Blutzellen und Werte Wissen:

  • Blut besteht aus einem flüssigen Teil, dem Blutplasma und drei festen Bestandteilen, den Blutzellen.
  • Die unterschiedlichen Blutzellen sind Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen)
  • Die unterschiedlichen Blutzellen übernehmen unterschiedliche Aufgaben im Körper, dazu gehören: Sauerstofftransport (Erythrozyten), Bekämpfung von Keimen und Krankheitserregern sowie Antikörperbildung (Leukozyten) und Blutgerinnung sowie Wundverschluss (Thrombozyten)
  • Blutzellen sind der feste Bestandteil des Blutes und machen ungefähr 45 Prozent der roten Flüssigkeit aus. Die anderen 55 Prozent sind das sogenannte Blutplasma, welches ebenfalls viele wichtige Aufgaben im Organismus übernimmt und als flüssiger Blutbestandteil gilt, da es zu 90 Prozent aus Wasser besteht
  • Blutzellen können von unterschiedlichen Krankheiten betroffen sein. Eine Blutkrankheit hat Einfluss auf den gesamten Organismus und seine Funktion.

Rote Blutkörperchen und Weiße Blutkörperchen

Wissen zu unserem Blut

Welche Blutbestandteile sind wichtig:

Fünf bis sechs Liter Blut versorgen den Körper eines durchschnittlichen Erwachsenen. Viele Wissenschaftler bezeichnen unser Blut als „flüssiges Organ“, da es wesentlich zur Versorgung unseres Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen beiträgt und als weitere Aufgabe für den Abtransport von Kohlenstoffdioxid sorgt.

Blutzellen Blutwerte

Nur mit Hilfe eines Mikroskopes kann man erkennen, dass die rote Flüssigkeit aus unterschiedlichen Blutzellen besteht. Blutzellen bilden den festen Bestandteil des Blutes, die im flüssigen Bestandteil, dem Blutplasma, „unterwegs“ sind. Entdeckt hat dies Jan Swammerdam im Jahr 1658 bei der Untersuchung von Froschserum unter einem neuen Mikroskop.

Unter einem Mikroskop erkennt man mit Hilfe eines Blutausstrichs in einer klaren Flüssigkeit eine Vielzahl roter Zellen, die einer Scheibe ähneln. Zwischen diesen roten Körperchen finden sich vereinzelt etwas größere farblose Zellen, die in ihrer Form variieren. Diese festen Bestandteile des Blutes sind die Blutzellen. Hier werden drei Zelltypen unterschieden:

  • Erythrozyten, auch rote Blutkörperchen genannt,
  • Leukozyten, auch weiße Blutkörperchen genannt und
  • Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt.

Die festen Blutbestandteile, die Blutzellen, machen ungefähr 45 Prozent des Blutes aus.

Blutplasma ist eine helle Flüssigkeit und macht ungefähr 55 Prozent des Blutes aus. Blutplasma besteht zu 90 Prozent aus Wasser, die anderen 10 Prozent sind gelöste Stoffe wie Zuckerbestandteile, Salze, Eiweiße und Harnstoff. Blutplasma enthält weiterhin den wichtigen Stoff Fibrinogen. Fibrinogen ist für die Blutgerinnung und somit für die Thrombozyten und den Wundverschluss wichtig.

Welche Aufgaben haben die unterschiedlichen Blutzellen?

Die unterschiedlichen Blutzellen haben unterschiedliche Aufgaben in unserem Blut:

– Erythrozyten:

Durch ein Mikroskop betrachtet sind Erythrozyten kernlos und durch eine gut sichtbare Kernmembran begrenzt. Der rote Farbstoff Hämoglobin gibt ihnen und unserem Blut die charakteristische Farbe. Erythrozyten werden durch ein kreisrundes Erscheinungsbild gekennzeichnet. Ein Durchmesser von sieben bis acht Mikrometern ist normal. Erythrozyten haben eine Lebensdauer von ungefähr 120 Tagen, sodass sie stets erneuert werden müssen. Diese Funktion übernimmt das rote Knochenmark zum Beispiel in den Wirbeln oder im Brustbein.

Die Aufgabe der Erythrozyten ist der Transport von Sauerstoff durch den Körper.

– Leukozyten:

Leukozyten besitzen einen Zellkern und sind wahre Verwandlungskünstler, denn: Sie können ihre Form jederzeit ändern. Dadurch bewegen sie sich amöboid vorwärts, wie Biologen sagen. Sie leben mit durchschnittlich 10 Tagen sehr viel kürzer, als die Erythrozyten. Die werden im Knochenmark daher stets neu gebildet.

Die Aufgabe der Leukozyten ist die Bekämpfung und Vernichtung von Krankheitserregern, Keimen und Fremdkörpern. Auch sind sie für die Bildung von Antikörpern zuständig, die nach einer Impfung dafür sorgen, dass der Mensch nicht erkrankt.

– Thrombozyten:

Die Thrombozyten unterscheiden sich in ihrer Form und sind sehr klein im Vergleich zu den Leukozyten und den Erythrozyten. Sie sind sehr empfindlich und verfallen an der Luft sehr schnell. Sie müssen alle vier bis 10 Tage im Knochenmark neu gebildet werden.

Die Aufgabe der Thrombozyten ist die Blutgerinnung und der Verschluss von Wunden bei Verletzungen und nach Operationen.

Funktionen der Blutzellen

Blut ist ein wichtiges Transportmittel in unserem Körper. Blutzellen und Blutplasma erfüllen dabei unterschiedliche, komplexe Aufgaben. In der Lunge eingeatmeter Sauerstoff gelangt über die Lungenbläschen zu den Erythrozyten, die den gesamten Organismus damit versorgen. Der Blutfarbstoff Hämoglobin sorgt dabei für die Bindung des Sauerstoffs ans die spezialisierten Blutzellen.

Das flüssige Blutplasma enthält 10 Prozent gelöste Stoffe und 90 Prozent Wasser. Das Blutplasma sorgt für den Abtransport des im Körpers entstehenden Kohlenstoffdioxid zur Lunge, welches wir beim Ausatmen ausstoßen.

Nährstoffbausteine, die bei der Verdauung von Nahrung entstehen, gelangen über die Darmwand in den Blutkreislauf. Sie werden ebenfalls durch das Blutplasma zu allen anderen Zellen unseres Körpers transportiert. Neben Kohlenstoffdioxid werden weitere Stoffwechselprodukte der Zellen vom Blutplasma zu den Ausscheidungsorganen wie Niere, Leber, Lunge und Haut transportiert.

Weiterhin werden Vitamine und MIneralstoffe aber auch Hormone und Wärme durch die Transportfunktion des Blutplasmas im Körper verteilt.

Zusammen mit dem im Blutplasma enthaltenen Stoff Fibrinogen sind die Thrombozyten für den Wundverschluss und die Blutgerinnung zuständig. Die Blutgerinnung ist ein hochkomplexer, lebenswichtiger Prozess, welcher für Wundverschluss nach Verletzungen und Operationen sorgt. Ohne diesen Prozess würde ein Lebenwesen bereits an kleinsten Verletzungen verbluten.

Die Leukozyten übernehmen die Funktion der Bekämpfung von Infektionen, Viren, Bakterien und Parasiten. Auch bilden Leukozyten Antikörper, die ein Lebewesen vor einem erneuten Ausbrauch der Krankheit schützen.

Die Funktion des Blutes ist sehr komplex und interagiert mit allen Organen und Zellen eines Lebewesens.

 

Erkrankungen

Blut und Krankheiten

Bei vielen Arztbesuchen gehört die Untersuchung des Blutes zur Routine. Das Blut gibt Aufschluss über eine Vielzahl möglicher Erkrankungen der Organe oder auf eine Infektion. Die Anordnung und Menge der Blutzellen spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Aber auch die Blutzellen selbst können krank sein.

Eine Vielzahl von harmloseren und schweren bis hin zu lebensbedrohlichen Krankheiten können das Blut und unterschiedliche Blutzellen betreffen. Dies führt zu einer Beeinträchtigung im ganzen Körper. Unterschiedliche Symptome können daher auf eine Blutkrankheit hinweisen und dem behandelnden Arzt bereits erste Hinweise liefern. Blutkrankheiten können sich ganz unterschiedlich äußern und werden ebenso unterschiedlich behandelt.

Autoren, Quellen und Fachliteratur:

Autoren:

  1. Anna Nilsson, Medizinische Fachautorin
  2. (Wertetabelle) Dr. H.Stephan, Fachautor bei Gesundheitsmagazin GrossesBlutbild.de

Quellen:

  1. Birgid Neumeister (Herausgeber),‎ Ingo Besenthal (Herausgeber),‎ Bernhard Otto Böhm (Herausgeber):Klinikleitfaden Labordiagnostik:
  2. Philippe Furger: Labor quick: Laborwerte und Laborbefunde von A-Z, Differenzialdiagnose, Labormedizin. 2. Auflage.Stuttgart 2013: Georg Thieme-Verlag
  3. Klaus Dörner: Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie. 8. Auflage.Stuttgart 2013: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131297182.
  4. Marc Deschka: Laborwerte von A-Z. 4. Auflage.Stuttgart 2011: W. Kohlhammer-Verlag. ISBN-10: 3170219162.
  5. Vera Zylka-Menhorn: Blutwerte verstehen: Was das Blut über die Gesundheit verrät. 5. Auflage.Eschborn 2016: Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. ISBN-10: 377411322X.